Corona Update 16.3.2020

geänderte Sprechzeiten!

Wegen der Corona Krise müssen wir unsere Sprechzeiten den Gegebenheiten anpassen:

Dres. Lübeck und Rusitska

Vormittags Montag – Freitag 8.00 -11.00 Uhr

Von 11.00 – 12.00 reine Infektionsprechstunde nur mit Termin nach tel. Anmeldung

Nachm. Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 16.00 – 17.00

Von 17.00 – 18.00 reine Infektionsprechstunde nur mit Termin nach tel. Anmeldung

Dr. Forquignon

Vormittags Montag – Freitag 8.00 -10.00 Uhr

Von 10.00 – 11.00 reine Infektionsprechstunde nur mit Termin nach tel. Anmeldung

Nachm. Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 16.00 – 17.00

Von 17.00 – 18.00 reine Infektionsprechstunde nur mit Termin nach tel. Anmeldung

Wir bitten in Ihrem eigenen Interesse um Verständnis.

Corona Update 15.3.2020

Wir bitten alle Patienten mit Erkältungssymptomen (Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Fieber, Gliederschmerzen etc.) zunächst in der Praxis anzurufen(04343 6462 und 04343 7676). Sollten Sie direkten Kontakt zu Covid-19 positiv getesteten Personen gehabt haben und Krankheitssymptome wie beschrieben haben oder einen Aufenthalt in einem vom RKI beschriebenen Risikogebiet hatten und Krankheitssymptome haben, dürfen Sie auf gar keinen Fall in die Praxis kommen. In diesem Fall muß bei Ihnen ein Abstrich vorgenommen werden. Ob wir diesen bei Ihnen abnehmen oder wer und wo dieser abgenommen werden kann besprechen wir mit Ihnen am Telefon. Sie können sich auch unter 116117 oder beim Gesundheitsamt Plön (04522 743531) melden, um zu erfahren wo Abstriche vorgenommen werden.  Bitte bewahren Sie auch hier Ruhe, es kann auch am Telefon zu Verzögerungen kommen.

Zur Zeit ist weiterhin das wichtigste Ziel die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Dabei sind die gefährdetsten Personen sehr alte Menschen und chronisch kranke Menschen. Diese zu schützen ist im Moment das vorrangige Ziel.

Für reine Erkältungskrankheiten wäre das beste Vorgehen in der Praxis anzurufen, um Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen telefonisch zu bestellen und dann von gesunden Personen abholen zu lassen.

Zur Verbesserung des Verständnisses der derzeitigen Corona Krise verweisen wir noch auf diesen Blog von Holger Heinze, der die wichtigen Facts hervorragend zusammenfasst.

29.2.2020: Informationen zum Corona Virus:

Das Wichtigste zuerst ! Wenn Sie  vermuten, mit dem Virus infiziert zu sein, kommen Sie bitte nicht in die Praxis!
In diesem Fall melden Sie sich telefonisch, wir werden Ihnen dann nähere Informationen zum Prozedere geben.

Aku Taping

Beim Aku-Taping handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Kinesio-Tapings, das der japanische Arzt und Chirotherapeut Kenzo Kase in den 1970er Jahren darstellte. Während die bis dahin üblichen Methoden des Tapens und Bandagierens überwiegend auf Stabilisierung und Ruhigstellung von Gelenken abzielten, entwickelte Kenzo Kase ein dehnbares, „bewegliches“ Tape. Anders als bei den bisher bekannten Tape-Verbänden ergibt sich die therapeutische Wirkung aus bzw. über die Bewegung.

Die Wirkung erklärt sich zum Teil darüber, dass die Haut an diesem Tapeverband haften bleibt und dann bei Bewegungen permanent gegen das Unterhautgewebe verschoben wird. Diese dauerhafte Verschiebung bei jeder natürlichen Bewegung ist einer Eigenlymphdrainage bzw. Bindegewebsmassage gleichzusetzen. Daneben kommt es zu einer Reizung bestimmter Rezeptoren, die körpereigene Schmerzreduktionssysteme aktivieren.
Durch den reduzierten Druck in den Geweben unterhalb der Tapeverbände beschleunigt sich der Lymphstrom. Auf diese Weise wird ein eventuell vorhandenes Lymphödem schneller abgebaut. Über den beschleunigten Lymphstrom wird überdies eine anti-entzündliche Wirkung hervorgerufen.

Umweltmedizin


Umweltmedizinische Untersuchungen
 befassen sich mit Erkrankungen, die durch Umwelteinflüsse wie Luftverschmutzung, Lärm und andere chemische, elektrische und sonstige  Belastungen entstehen oder verstärkt werden.

In der Regel handelt es sich um ausführliche Anamneseerhebungen (Befunderhebungen durch Befragung), sowie laborchemische Untersuchungen.

Eine solche Untersuchung gehört nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Die Abrechnung erfolgt deshalb nach der Gebührenordnung (GOÄ) direkt mit dem Patienten.Typische Erkrankungen sind:

– chronisches Müdigkeitssyndrom
– Allergien

Eigenblutbehandlung

Die Eigenblutbehandlung wird eingesetzt zur Immunmodulation bei allergischen Erkrankungen (Heuschnupfen, Asthma, Konjunktivitis, Nahrungsmittelallergien u.a.).

Sie wird bei uns oral und auch i.m. oder s.c. gespritzt durchgeführt. Dabei bestimmt die Indikation die Auswahl des Verfahrens, unter Umständen empfiehlt sich auch die Potenzierung mit anderen Substanzen.

Nähere Informationen finden Sie unter v. A-Z unter Eigenblutbehandlung oder in diesem Merkblatt zum Herunterladen.

Eine solche Eigenblutbehandlung gehört nicht zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen.Die Abrechnung erfolgt deshalb nach der Gebührenordnung (GOÄ) direkt mit dem Patienten.

Psychosomatische Grundversorgung

Man nimmt an, daß 60 % aller Patienten, die in deutsche Allgemeinarztpraxen kommen überwiegend über psychische Probleme und deren somatische Folgen klagen. Diese Zahl sagt eigentlich alles über die Bedeutung der hausärztlichen psychosomatischen Grundversorgung. Das klingt zunächst wie ein künstliches Aufblähen eines alltäglichen Geschehens und stimmt im Kern doch. So gibt es die verschiedensten Projektionsorgane, auf die Patienten bei chronischen Überlastungen (Dystress) ihren psychischen Fehlzustand übertragen. Klassisch sind der Magen (Gastritiden, Magengeschwüre), der Darm(Reizdarmsyndrom) und das Herz (Herzrasen).

Hieraus ist die Wichtigkeit der Fortbildung des Hausarztes zu diesem Thema erkennbar, sowie die Bereitschaft des Hausarztes sich mit dem Thema zu befassen. Für uns ist die hausärztliche Betreuung mit Berücksichtigung der familiären, beruflichen und sonstigen Umstände elementarer Bestandteil unseres ärztlichen Handelns.

Restless Legs Syndrom

Das Syndrom der rastlosen Beine ist eine Erkrankung, die erst seit wenigen Jahren bekannt ist und sich noch unter intensiver Forschung befindet. Viele Zusammenhänge sind noch unklar, Behandlungskonzepte verändern sich noch in raschen Zyklen.

Die Erkrankung ist dadurch gekennzeichnet, daß der oder die Betroffene sobald er abends im Bett zur Ruhe kommt durch unangenehme Mißempfindungen in den Beinen gequält wird, die erst durch Bewegung oder andere Reize besser werden. Damit verbunden sind Schlafstörungen und dadurch bedingte Symptome am Tage durch Schlafmangel.

Nach der RLS e. V., der Deutschen Restless Legs Vereinigung (http://www.restless-legs.org) gibt es folgende diagnostische Kriterien:

Sensible Symptome:

Kriterien zur Diagnose des Restless Legs Syndroms

Minimalkriterien

  • Bewegungsdrang der Beine meist assoziiert mit Missempfindungen (einseitig, beidseitig oder seitenwechselnd) wie Kribbeln, Ziehen, Reissen, Jucken, Brennen, Krämpfe oder Schmerzen
  • Bewegungsdrang und Missempfindungen treten ausschließlich in Ruhesituationen auf (Sitzen, Liegen), bzw. werden durch sie verstärkt
  • Die Beschwerden können durch Bewegung vorübergehend gelindert oder beseitigt werden
  • Die Beschwerden treten vorwiegend abends oder nachts auf bzw. sind zu dieser Zeit stärker ausgeprägt als tagsüber

Zusätzliche Kriterien

  • Schlafstörungen?
  • Unwillkürliche Beinbewegungen (Zuckungen) im Schlaf,
    im Wachzustand und in Ruhe?
  • Wurden die Beschwerden im Lauf der Zeit immer stärker?
  • Traten die Beschwerden während einer Schwangerschaft auf?
  • Tagesmüdigkeit?
  • Gleiche oder ähnliche Beschwerden bei Verwandten in gerader Linie?
  • Bei dem größten Teil der RLS-Patienten treten darüber hinaus sogenannte ¨Periodische Beinbewegungen¨ auf. Diese ¨periodic limb movements during sleep¨ (PLMS) treten typischerweise alle 20-40 Sekunden über längere Strecken im Schlaf, aber auch im Wachezustand auf. Der ohnehin oberflächliche, kurze Schlaf der Betroffenen wird so durch unzählige Weckreaktionen restlos zerstört. Nicht selten bescheren sie auch dem Partner ruhelose Nächte. Die ¨Periodischen Beinbewegungen¨ können nur mit einer Schlafableitung im Schlaflabor (Polysomnographie) eindeutig nachgewiesen werden.

    Die RLS-Erkrankung beginnt meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr und weist zu Beginn häufig einen schubförmigen Verlauf mit längeren beschwerdefreien Intervallen auf. Im Laufe der Jahre nehmen die Beschwerden an Intensität zu und treten sogar kontinuierlich auf.

    Auch bei Kindern sowie jungen Menschen, bei denen ein Verdacht auf ein RLS geäußert wird, sollte vor einer langjährigen medikamentösen Dauerbehandlung die Diagnose in einem Schlaflabor gesichert werden.

  • Die Therapie umfaßt Medikamente aus der Gruppe der Parkinson Therapie (Levodopa), sowie Medikamente, die bei Krampfleiden Anwendung finden, aber auch Medikamente, die in der Schmerztherapie benutzt werden. Eine kausale Therapie gibt es bisher nicht. Eine Heilung ist nicht möglich.

    Vor Therapiebeginn sollte ein Eisenmangel ausgeschlossen werden, da dieser zu Symptomen des RLS Syndroms führen kann.

Grippe Impfung

Grippeimpfung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Grippeimpfung ist eine vorbeugende Maßnahme zur Verhinderung einer Influenza-Erkrankung („echten Grippe“), die nicht mit einem banalen „grippalen Infekt“ (einer Erkältung) verwechselt werden darf.

Es wird empfohlen, die Impfung – wenn sinnvoll, siehe unten – möglichst jedes Jahr in der Zeit von September bis November durchführen zu lassen. Eine Impfung ist jedoch auch zu einem späteren Zeitpunkt noch möglich und sinnvoll, da der Impfschutz bereits 7 bis 14 Tage nach der Impfung voll ausgeprägt ist. Der nach einer Impfung gebildete Schutz ist 6 bis 12 Monate wirksam.

Wer geimpft werden sollte

Grippeimpfung während des landesweiten Impfprogramms gegen Schweinegrippe im Jahr 1976

Eine Empfehlung für die Impfung gilt vor allem für Risikopersonen (Säuglinge, alte Menschen, Personen mit geschwächtem Immunsystem), Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Personen, die häufig mit Kranken in Kontakt kommen. D.h., dass in diesen Gruppen die Impfung forciert und die Durchimpfungsrate auf über 70 % gesteigert werden sollte.

Das Risiko für gesunde Säuglinge und Kleinkinder, während der Grippesaison aufgrund von Erkrankungen des Atemtrakts in ein Krankenhaus aufgenommen werden zu müssen, ist ähnlich hoch wie bei erwachsenen Hochrisikopatienten oder bei Älteren (Izurieta HS et al, NEJM 2000; 342:232-9), was nach Ansicht vieler Ärzte eine routinemäßige Impfung rechtfertigt.

In der aktuellen Empfehlung der STIKO (Juli 2006), die seit dem Infektionsschutzgesetz in Deutschland amtlich-verbindlichen Charakter hat, wird die Influenza-Impfung jedoch weiterhin unverändert nur für Personen über 60 Jahre als Standard-Impfung (S) empfohlen. Für andere Personen in Deutschland ist die Influenza-Impfung durch die STIKO bei Vorliegen einer „Indikation“ (I) empfohlen, z.B. bei bestimmten bestehenden Grundleiden, oder bei „Personen mit erhöhter Gefährdung (B/I), z. B. medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können.“ Zusätzlich wird die Impfung für Personen empfohlen, die direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln haben, um Doppelinfektionen mit dem Erreger der aviären Influenza und den aktuell zirkulierenden Influenzaviren zu verhindern.

Bei einer drohenden oder zu erwartenden „intensiven Epidemie“ wird entsprechend der jeweiligen entsprechenden Empfehlungen der Gesundheitsbehörden vorzugehen sein.

Generelle Empfehlungen zur Influenza-Impfung an „alle, die nicht krank werden wollen“, sind daher in Deutschland arzt- und haftungsrechtlich nicht begründet. Eine Ausnahme bildet das Land Baden-Württemberg, in dem eine generelle Influenzaimpfung für alle Einwohner öffentlich empfohlen wird.

Dennoch ist es möglich und medizinisch zu vertreten, „einen gesunden Menschen, der nicht krank werden möchte“ und nicht in eine der Risikogruppen fällt, zu impfen. Deshalb ist auch die Vorgehensweise von Firmen, ihren Mitarbeitern eine kostenlose Grippeimpfung anzubieten (um damit die Krankenstände während einer Grippesaison zu reduzieren!) ethisch vertretbar, da bei gesunden Erwachsenen nicht nur diese um 20 % reduziert werden können, sondern auch die Erkrankung selbst, Arztbesuche, Medikamentenverordnungen, Krankenhauseinweisungen und Sterbefälle jeweils um gut 20 % gegenüber der Vergleichsgruppe mit einer Placeboimpfung abnehmen.

Bei schwangeren Frauen ist das Komplikationsrisiko einer Influenzainfektion erhöht. In einigen Ländern (z. B. Österreich, USA) wird dabei – abhängig von der jeweiligen Jahreszeit – empfohlen, Frauen mit Kinderwunsch bzw. im zweiten oder dritten Trimenon der Schwangerschaft gegen Influenza zu impfen. In Deutschland existiert derzeit noch keine solche Empfehlung der Ständigen Impfkommission.

Wer nicht geimpft werden sollte

Kontraindiziert ist die Impfung bei Menschen mit einer nachgewiesenen schweren Allergie gegen Hühnereiweiß, da herstellungsbedingt im Impfstoff Spuren von Hühnereiweiß enthalten sein könnten. Ebenso soll bei bekannten Überempfindlichkeitsreaktionen gegen andere Impfstoffbestandteile nicht geimpft werden. Für diese Personen steht die neue Substanzklasse der Neuraminidase-Hemmer zur allfälligen Verfügung.

Wirksamkeit der Impfung

Die Influenzaimpfung verhindert bei jungen, immunkompetenten Personen in etwa 80% eine Influenza-Erkrankung. Aber gerade bei geschwächten oder älteren Personen mit beeinträchtigtem Immunsystem, die auf einen Schutz gegen Influenza besonders angewiesen wären, kann aufgrund dieser im Alter nachlassenden Immunantwort die Effektivität der Impfung auf bis zu 30-40% abnehmen. Allerdings wurde auch in dieser Bevölkerungsgruppe nachgewiesen, dass die Impfung wenn schon nicht vor der Erkrankung selbst, so doch vor den wichtigsten Komplikationen schützt, nämlich vor Krankenhauseinweisung und Tod. Deshalb wird einerseits empfohlen, diese Personen vorsichtshalber zweimal zu impfen bzw. wurde andererseits ein spezieller „adjuvantierter“ Impfstoff, Fluad®, für ältere Menschen entwickelt, der zu deutlich höherer Antikörper-Bildung führt, allerdings auch teurer ist. Klinische Vorteile der adjuvantierten Impfstoffe gegenüber herkömmlichen Spaltimpfstoffen sind derzeit umstritten.

Eine 2006 im British Medical Journal veröffentlichte Studie [1] kritisiert die Beweiskraft bisheriger Untersuchungen zur Wirksamkeit der Grippeimpfung und stellt damit in Frage ob die Grippeimpfung überhaupt eine signifikante Wirkung besitzt. [1] [2]

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen treten bei einer Influenza-Impfung bei ca. 13 % der Geimpften auf. Diese beschränken sich allerdings, wie in randomisierten, kontrollierten und doppelblinden Studien festgestellt wurde, auf lokale Beschwerden wie Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle, die etwa 1 bis 3 Tage anhalten und den betroffenen Menschen nicht weiter stören. Leichte Allgemeinbeschwerden wie Fieber, Gliederschmerzen, Mattigkeit usw. können bei Personen auftreten, die noch nie mit einem Grippe-Virus in Kontakt gekommen sind, also v.a. bei Kindern.

Der Impfstoff selbst kann weder Influenza noch andere Erkrankungen auslösen. Damit schützt er auch nicht vor mehr oder weniger banalen Erkältungen, die landläufig ebenso als „Grippe“ bezeichnet werden, und die somit bei Geimpften ebenso häufig auftreten wie bei Ungeimpften. Dies stellt u.a. eine der Ursachen für die verbreitete Meinung dar, „gerade wegen“ der Impfung krank geworden zu sein.

Im Zusammenhang mit der Grippeimpfung wird von Impfgegnern manchmal auf das Guillain-Barre-Syndrom (GBS), eine Erkrankung des Nervensystems mit Lähmungserscheinungen, hingewiesen. Die Ursache dieser Erkrankung, die in den USA mit einer Häufigkeit von 10 bis 20 Fällen pro 1 Million Einwohner und Jahr auftritt, ist letztlich unbekannt. In der Literatur werden Fälle beschreiben, in denen diese Erkrankung nach Insekten- oder Zeckenstichen, Schwangerschaften oder Operationen aufgetreten ist. Einige Studien lassen vermuten, dass pro Jahr ein bis zwei Fälle pro 1 Million Impfungen auftreten. Dabei handelt es sich wohlgemerkt um Vermutungen, da eine randomisierte, kontrollierte Studie mit mehreren Millionen Teilnehmern durchgeführt werden müsste, um diese Aussagen zu bestätigen. Dies ist allerdings ethisch nicht zu vertreten, da der Nutzen der Influenza-Impfung eindeutig belegt ist.

Impfstoffe

aktuelle Zusammensetzung des Impfstoffs

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt folgende Virenstämme

  • · für die Nordhalbkugel der Erde in der Influenza-Saison 2006/2007:
    • · A/New Caledonia/20/99(H1N1)-ähnlicher Stamm
    • · A/Wisconsin/67/2005 (H3N2)-ähnlicher Stamm (A/Hiroshima/52/2005)
    • · B/Malaysia/2506/2004-ähnlicher Stamm (B/Ohio/1/2005)
  • · für die Südhalbkugel der Erde in der Influenza-Saison 2006:
    • · A/New Caledonia/20/99(H1N1)-ähnlicher Stamm
    • · A/California/7/2004(H3N2)-ähnlicher Stamm (A/New York/55/2004)
    • · B/Malaysia/2506/2004-ähnlicher Stamm
  • · für die Nordhalbkugel der Erde in der Influenza-Saison 2007/2008[3]:
    • · A/Solomon Islands/3/2006 (H1N1)-ähnlicher Stamm
    • · A/Wisconsin/67/2005 (H3N2)-ähnlicher Stamm (A/Hiroshima/52/2005)
    • · B/Malaysia/2506/2004-ähnlicher Stamm

neue Impfstoffe

Focetria ist ein Pandemie-Impfstoff auf Basis des Adjuvans MF59 des schweizerischen Unternehmens Novartis Vaccines and Diagnostics. Als erstes seiner Art ist es am 8. Mai 2007 in den 27 EU-Staaten sowie Norwegen und Island zugelassen worden, nachdem sich auch gegen die Virenstämme H5N1 und H9N2 eine Wirksamkeit gezeigt hatte.

Herstellung des Impfstoffs

Die Herstellung des Grippeimpfstoffes erfolgt in Gewebekultur. Die Vermehrung des Virus erfolgt in bebrüteten Hühnereiern, den „specific pathogen free eggs“, deren Alter 10-11 Tage beträgt. Im Februar des jeweiligen Jahres entscheidet die WHO über die Zusammensetzung des saisonalen Winter-Impfstoffes. Diese sogenannten „Seed-Viruses“ werden an die Hersteller ausgesendet. Der Hersteller führt, um optimale Ausbeuten zu erhalten, eine HG(High-Growth)-Reassortierung durch. Diese dauert ungefähr 6 Wochen.

Das Influenzavirus vermehrt sich in der Chorio-Allantois-Membran. Die mit dem Influenzavirus versehenen (inokulierten) Eier werden 3 Tage bei 32°C bebrütet (inkubiert), während der es zur starken Vermehrung des Virus kommt. Die Eier werden geöffnet und pro Ei werden 6‒?7 ml virushaltige Allantois-Flüssigkeit geerntet. Je nach Art der Impfstoffpräparation gibt es Unterschiede im weitern Prozessverlauf. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen lebend-attenuierten und Tot-Impfstoffen. Totimpfstoffe werden eingeteilt in

  • · Inaktiverte Ganzpartikelimpfstoffe: Inaktiverung der Viren mittels einer kombinierten Anwendung von Formaldehyd, beta-Propiolacton und Psoralen
  • · Teilpartikelimpfstoffe: Zerstörung der Virusoberfläche mit Detergentien oder starken organischen Lösungsmitteln
  • · Untereinheitimpfstoffe: die Oberfläche wird vollständig aufgelöst und spezifische Komponenten (äHmagglutinin- und Neuraminidase-Proteine) herausgereinigt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Untereinheiten rekombinant herzustellen. Untereinheitimpfstoffe sind nur wenig immunogen, besitzen dafür aber geringe Nebenwirkungen.
  • Bei der Herstellung von Lebendimpfstoffen werden attenuierte Stämme verwendet, die jedoch vermehrungsfähig bleiben. Hier wird unterschieden in
  • · kälte-adaptierte Stämme: diese Stämme sind nur bei Temperaturen um 25°C zu Vermehrung fähig, was die Viren auf die oberen Atemwege beschränkt. Durch die fehlende Replikation in den unteren Atemwegen entwickeln sich nur milde Symptome, keine vollständige Influenza. Ein Beispiel ist der Stamm A/Leningrad/134/47/57 (H2N2)
  • · temperatur-sensitive Stämme: die Replikation dieser Stämme ist auf einen Temperaturbereich von 38‒?39°C limitiert, es kommt auch hier nicht zum Befall der unteren Atemwege.
  • Lebendimpfstoffe wirken effizienter als Totimpfstoffe, da sie neben humoraler Immunität (eine durch in den Körperflüssigkeiten zirkulierende Antikörper bewirkte Form der Immunität) auch zelluläre Immunantworten auszulösen in der Lage sind.

Die Produktion des Influenza-Impfstoffes in Eiern ist arbeitsintensiv und zeitaufwendig. Die Produktion des Impfstoffes dauert ca. 6 Monate, der fertige Impfstoff liegt im Juni/Juli vor und wird jährlichen klinischen Studien unterzogen. Im Fall einer Influenza-Pandemie ist die grosstechnische Produktion in Eiern durch den Bedarf an Millionen von Eiern nicht zu realisieren, da die Planung der hierfür nötigen logistischen Kapazitäten etwa 2 Jahre im Voraus erfolgt. Zudem erfordern Ei-Impfstoffe eine komplizierte Aufreinigung und verursachen Nebenwirkungen, bei denen Ei-Protein-Allergien ein besonderes Problem darstellen. Ein weiteres Manko ist die Anfälligkeit des Produktionsprozesses für Kontaminationen und der deshalb nötige Einsatz grosser Mengen Antibiotika. Pandemische Influenza-Stämme sind zudem sehr aggressiv; insbesondere Stämme aviären Ursprungs lassen sich nicht auf Hühner-Embryonen vermehren.

Eine Alternative ist die Produktion des Impfstoffs in Vero-Zellen. Derartige Impfstoffe sind in verschiedenen Ländern zugelassen (z.B. NL, dort hergestellt durch Firma Baxter AG). Die Vorteile dieser Technologie liegen in der Kürze des Produktionsprozesses (durch Wegfallen der HG-Reassortierung) und den grossen Produktionskapazitäten. Hierdurch kann auf schnell ansteigenden Bedarf kurzfristig reagiert werden.

Die Kultivierung von Vero-Zellen erfolgt grosstechnisch in Bioreaktoren mit einigen 1000 Litern Fassungsvermögen. Pandemische Stämme können mit hohen Ausbeuten vermehrt werden. Die Steriltechnik (Technik unter dem Gesichtspunkt der Sterilisierbarkeit und Reinigbarkeit der Anlagen, wie auch dem Rückhaltevermögen gegenüber Mikroorganismen oder biologisch aktiven Wirkstoffen) ermöglicht ein sicheres Design der Produktionsstätte. Das Hantieren mit pandemischen Influenzastämmen erfordert Sicherheitsklasse-3 (BSL-3; Bio saftey level), welche für Ei-Facilities, aufgrund des Prozessablaufes (schwierig zu automatisieren), nicht zu realisieren ist.

Impfmodus

Impfungen gegen Influenza müssen jedes Jahr neu erfolgen. Selbst gegen diejenigen Virus-Varianten, für die der Impfstoff aktuell gerade optimal zusammengesetzt ist, nimmt die Schutzwirkung nach weniger als einem Jahr schon wieder ab. Außerdem führen Drift und Shift der Virus-Immunoberflächen im Laufe der Saison und erst recht bis zur nächsten Saison zur Abnahme der Wirksamkeit des Impfstoffes. Diese große Veränderlichkeit des Grippevirus (v.a. seiner Oberflächenproteine – siehe Influenza und Immunsystem) stellt an Entwicklung und Verteilung der Impfstoffe große Anforderungen.

Ungeklärte Fragen

Impfungen gegen Influenza müssen jedes Jahr neu verabreicht werden. Damit nimmt die Influenza-Impfung eine absolute Sonderstellung ein, denn jährlich immer wieder neu zu verabreichende Impfungen gibt es gegen keine andere Infektionskrankheit. Obwohl also Influenza-Impfungen seit Jahrzehnten weltweit jedes Jahr Millionen von Menschen verabreicht werden, gibt es bisher keine überzeugenden Längsschnitt-Untersuchungen bei regelmäßig jährlich Geimpften. Die bisherige „Spontanerfassung“ der Nebenwirkungen durch die Anbieter reicht nicht. Selbst schwerwiegende Nebenwirkungen können über Jahrzehnte hinweg unerkannt bleiben, wenn man nicht gezielt untersucht wird (aktuelles Beispiel: Ergebnisse der WHI zur Hormonersatzbehandlung im Klimakterium). Eine japanische Untersuchung, die schon nach einer Influenza-Impfung bei einer „beträchtlichen Anzahl“ der Geimpften eine Zunahme an potentiell gefährlichen Antikörpern gegen Impf-Bestandteile (Hühnereiweiß) nachwies (Yamane und Uemura, Epidemiology and Infection, 100 (2) 291-9 /1988) mahnt zur Vorsicht, blieb bisher aber ohne Reaktion.

Die amtliche Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland empfiehlt die Grippeimpfung von Kleinkindern im Alter von 6 Monaten bis 23 Monaten auch im Jahre 2006 nur im Ausnahmefall [2], nämlich bei einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung infolge eines Grundleidens. Dementgegen haben die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) vor wenigen Jahren eine generalisierte Indikation zugunsten des Einsatzes einer trivalenten inaktivierten Influenza-Vakzine (TIV) gestellt. Im Jahr 2006 wurde dort etwa jedes zweite Kleinkind in dieser Altersgruppe geimpft. Sicherheitsbedenken führten zu einer retrospektiven Auswertung der Daten der Vaccine Safety Datalink, einem Zusammenschluss von acht Krankenkassen, die zwischen Januar 1991 und Mai 2003 Datensätze zu 69.359 Impfungen bei 45.356 Kindern sammelten. Nach dem Forschungsbericht im US-Medizinerfachblatt (JAMA 2006; 296: 1990-1997)[3] kam es nicht zu vermehrten Komplikationen. Die positive Schutz-Wirkung hingegen war nachweisbar signifikant vorhanden. Die Ausnahme bildete ein tendenzieller Anstieg von Gastritis-Duodenitis-Behandlungen.[4]

Zusammenfassend wird die Impfung von den Ärzten dieser Praxis für alle Patienten empfohlen, wobei Einzelfallentscheidungen immer möglich sind und natürlich individuell geprüft werden müssen..

Impfungen

Die hier ausgesprochenen Impfempfehlungen entsprechen den Impfempfehlungen der Stiko des Robert Bosch Instituts. Näheres sehen Sie auch dort.

Aufgabe der der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) ist es, Empfehlungen zur Durchführung von Schutzimpfungen und zur Durchführung anderer Maßnahmen zur spezifischen Prophylaxe übertragbarer Krankheiten abzugeben (§20 Absatz 2 Infektionsschutzgesetz). Die Empfehlungen werden vom Robert Koch-Institut den obersten Landesgesundheits-behörden übermittelt und anschließend veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgt im Epidemiologischen Bulletin, in der Regel werden die Empfehlungen einmal jährlich aktualisiert.

Aktuelle Empfehlungen und Archiv:
Die Internetseiten zu den Empfehlungen der STIKO beinhalten die aktuellen Empfehlungen und das Archiv mit den Empfehlungen aus den Vorjahren. Bei den aktuellen Empfehlungen wird der Impfkalender für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, der Teil der Empfehlungen der STIKO ist, als eigene Datei veröffentlicht. Dies soll der raschen Information dienen. Dokumente zur Erläuterungen der aktuellen Empfehlungen werden ebenfalls an dieser Stelle veröffentlicht.

Die jeweils aktuellen Empfehlungen finden Sie auch immer auf dieser Seite.